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Oberberghauptmann Abraham von Schönberg

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Abraham von Schönberg nahm nach seiner Beförderung zum Oberberghauptmann (8. 9.1676) einen zähen Kampf gegen alle Schwierigkeiten, Mängel und Missstände im sächsischen Berg und Hüttenwesen auf. Wenn unter seiner langen und zielsicheren Führung auch bedeutende Erfolge erreicht wurden, so trug die von ihm ausgestreute Saat doch erst nach seinem Tode (1711) die ersehnten Früchte, denn das Ausbringen des Freiberger Bergreviers, des sächsischen Hauptreviers, vermochte sich erst nach 1712 wesentlich emporzuschwingen. Bei Antritt seines Amtes als Oberberghauptmann im Oktober 1676 berichtete er ausführlich seinem Landesherrn über den damaligen Zustand des Freiberger Bergbaus und bat, schnellstens Maßnahmen zur Hebung dieses daniederliegenden Wirtschaftszweiges zu treffen. Schon 1675 hatte er den Entwurf einer neuen Bergordnung vorgelegt.

Fast ein volles Vierteljahrhundert (1674 bis 1699) hatte er viel Mühe und Geduld für dieses bedeutende Projekt aufgewendet, dessen Schicksal es war, nicht direkt wirksam zu werden. Aber sein wesentlicher Inhalt hat in Abraham v. Schönbergs Werk „Ausführliche Berginformation„ (1693), Augusts des Starken Bergresolutionen (1709) und desselben Deklaration über die Einrichtung einer Generalschmelzadministration in Freiberg Niederschlag und Wirkung gefunden.
Auf Grund seiner in drei Jahrzehnten gesammelten Erfahrungen verfasste Schönberg die „Ausführliche BergInformation, zur dienlichen Nachricht vor Alle, die bey dem Berg und Schmeltzwesen zu schaffen ...„, die 1693 bei DAVID FLEISCHER in Leipzig erschien und fünf Jahre später in das Sammelwerk „Corpus iuris et systema rerum metallicarum, oder Neu verfasstes BergBuch . . .„ aufgenommen wurde. Der Verfasser hatte selbst die Mängel der sachgemäßen Ausbildung im Berg und Hüttenwesen gespürt und fühlte sich in seiner hohen Stellung verpflichtet, die Heranbildung des Nachwuchses in geordnete Bahnen zu lenken. Dieses berühmte Werk, das als Lehr- und Handbuch zu betrachten ist und in der seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts bestehenden schriftlichen Freiberger Lehrtradition einen wichtigen Platz einnimmt, gibt im l. Teil präzise Dienstanweisungen für alle Beamten, Offizianten und Arbeiterkategorien in alphabetischer Ordnung. Der 2. Teil enthält eine Art BergProzeßordnung in 24 Artikeln. Der 3.Teil bildet ein Wörterbuch mit über 1200 berg- und hüttenmännischen Fachausdrücken mit kurzen Erklärungen, besonders zur Informierung der Gewerken und derjenigen, „so sich zur BergWissenschaft appliciren wollen„.
Die seit dem 13. Jahrhundert bestehende Freiberger Lehrtradition , die „Ausführliche BergInformation„ und die Initiative Schönbergs zur Schaffung der Freiberger
S t i p e n d i e n k a s s e, hatten wesentlichen Anteil an der Stiftung der Bergakademie Freiberg (1765), der ältesten Montanhochschule der Welt. Der erste Vorschlag, eine solche zu gründen, erfolgte am
12. 8. 1710.
Dank der zielsicheren Führung Abraham von Schönbergs während seiner 35jähriger Amtszeit nahm der sächsische Bergbau im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts neuen Aufschwung.
Die Verdienste Abraham von Schönbergs sind schon zu seinen Lebzeiten in zwei Werken der bildenden Kunst gewürdigt worden. Im Besitze des Freiberger Stadt und Bergbaumuseums befindet sich der 1679 von dem hervorragenden Freiberger Goldschmied ANDREAS MÜLLER gefertigte und von „hohen Herren Gesellschaftern„ der Bergknappschaft gestiftete 38 cm hohe Weinhumpen von vergoldetem Silber. Der Aufbereitungsarbeiten zeigende Deckel wird von einem Bergknappen bekrönt, der die Barte emporschwingt und in der Linken ein Schild (mit einer Inschrift und dem Bildnis Abraham von Schönbergs, unter einem Doppeldeckel verborgen) hält. Das eingravierte Wortspiel lautet:
Weil Schönberg umb Freyberg das Bergwerck regiret, hat Freyberg SchönBergwerg mit nutzen gespüret. 1698 fertigte der Sächs.Gothaischen Medailleur CHRISTOPH WERMUTH eine Gedächtnismedaille mit Abrahams Brustbild .
Abraham wurde auch der Schöpfer des „bergmännischen Habits“ , das erstmals beim Merkuriusfest der wettinischen Brüder 1678 in Dresden getragen wurde.

 

Auszüge aus Walter Schellhas, Abraham von Schönberg, in:
Bergakademie 2/1962, ; siehe auch Wolfgang Jobst, Walter Schellhas, Die Wiederbelebung des erzgebirgischen Bergbaus nach dem Dreißigjährigen Krieg durch Oberberghauptmann Abraham von Schönberg, Leipzig-Stuttgart 1994

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