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Sachsenburg
Zur Geschichte der Sachsenburg und der
Stadt Frankenberg

Ein 1197 genannter Henricus de Sassenberg ist der früheste Zeuge
für das Bestehen einer Burg, die Karlheinz Blaschke als markgräfliche
Gründung ansieht, während Schwabenicky es für ein Lehen
der Mildensteiner hält, die ihrerseits vom Kloster Hersfeld belehnt
waren. Das wohl nach 1150 gegründete Dorf Frankenberg wandelt sich
zum Städtchen; es ist 1214 im Besitz der Mildensteiner. Frankenberg,
castrum und civitas, genannt, ist 1292 Zubehör der Herrschaft Sachsenburg
und gehört in dieser Zeit bereits zur Markgrafschaft Meißen.
Die Sachsenburg wurde im 13. und 14. Jahrh. zu einer festungsartigen Wehranlage
ausgebaut und bestand aus Hauptburg, innerer und äußerer Vorburg.
Spätestens 1368 war der Ritter Johannes v. Schönberg (Nr. 39),
aus dem Zschochauer Stamm, im Besitz der ganzen Herrschaft. Sein Siegel
mit dem Bild des Löwen hängt an der Altzellaer Urkunde vom 7.
12. 1368. Es ist die älteste erhaltene Darstellung des Wappens. Die
notwen-digen Mittel für den wohl gleichzeitigen Erwerb der Herrschaften
Sachsenburg und Purschenstein stammte aus der Rückgabe einer hohen
Pfandsumme durch die Wettiner. Kurz vorher erst hatten die Wettiner die
Herrschaft Schellenberg ausgelöst, die sie am 12. März 1336
an die Ritter Hanns (wohl Nr. 24) und Dietrich (wohl Nr. 25) und ihrem
Vetter Hanns (wohl Nr. 31) v. Schönberg für 1062 Schock breiter
Groschen verpfändet hatten. Die Sach-senburg besaß nach Hanns
sein Bruder oder Neffe Dietrich, der an der Schlacht von Aussig teilgenommen
hatte. Nach Dietrichs Tod folgten ihm seine Vettern vom Schönberger
Hauptast, die im Gesamtlehnbrief vom 26. April 1422 gegen Zahlung von
600 rheinische Gulden mitbelehnt worden waren. Das waren die Söhne
des Ritters Caspar (Nr. 43; + um 1411) auf Reinsberg, Nössige und
Schönberg. Dazu gehörten u. a. Heinrich (Nr. 52) Hanns (Nr.
53), Nikol (Nr. 57) sowie die beiden späteren Meißner Bischöfe
Caspar (Nr. 55) und Dietrich (Nr. 56), Die näher mit dem letzten
Sachsenburger Dietrich verwandten Zschochauer Vettern schieden aus der
Gesamtbelehnung aus, vermutlich weil sie mit einem Teil der zurück
gezahlten Pfandsumme in der Zeit vor 1420 Reichenau erworben hatten. Nach
dem Tod des Bischofs Dietrich (+ 1476) wurde der zwischenzeitlich noch
wesentlich erweiterte (z.B. durch die Städte Wilsdruff und Hainichen)
Gesamtkomplex geteilt. Dabei fiel Sachsenburg an die Söhne von Hanns
(Nr. 53). Der heimliche Rat Heinrich (Nr. 69) erhielt später die
1473 er-worbene Herrschaft Stollberg allein. Dem jüngeren Bruder,
dem Hofmeister, Hofrichter und Landvogt Caspar (Nr. 71) fielen u. a. Sachsenburg
mit Frankenberg, Wingendorf u. Haini-chen, Neusorge und Börnichen
zu. Später erwarb er noch Oberschöna.
Vielleicht hat bereits der Hofmeister Hanns (Nr. 53, + um 1448) die erst
jüngst wieder ent-deckten Wandmalereien in einer Kapelle in Sachsenburg
anbringen lassen. Doch datieren die Experten ihre Entstehung auf die Zeit
zwischen 1450 und 1470, also die Zeit seines Sohnes Caspar (Nr. 71). Dieser
war 1461 mit Herzog Wilhelm mit ins Heilige Land gepilgert. Mitge-pilgert
war auch der Hofmeister Dietrich (Nr. 72) auf Rothschönberg. Auch
das legt es nahe, dass Caspar (Nr. 71) sich in der Kapelle als Stifter
abbilden ließ. Doch schon 1482 begann Caspar den Umbau von der Burg
zum Schloss mit Baumeister Hans Reynhart, der an dem Bau der Albrechtsburg
in Meißen beteiligt war. Die Malereinen der älteren Kapelle
werden zugemauert. Gerade dieser Umbau machte die Sachsenburg zu einem
Glanzpunkt der spätmit-telalterlichen Architektur in Sachsen. Caspar
hatte in verschiedenen Funktionen wesentlichen Anteil am politischen Wirken
der Wettiner. Ob er noch im hohen Alter an Turnieren teilnahm, ist nicht
sicher. 1491 starb er und wurde in Kloster Altzella beigesetzt. Dort wurde
für ihn ein Standbild oder Epitaph in Messing errichtet. Es wurde
1588 nach Treben bei Altenburg ge-bracht und dort 1797 in eine Glocke
umgegossen wurde. Sichtbares Zeichen eines in seiner Zeit hoch angesehenen
Mannes!
Seine Nachkommen konnten die Herrschaft Sachsenburg samt Frankenberg
nur bis 1610 halten. Sachsenburg und Frankenberg fielen an den jüngsten
Sohn Caspar (95). Dessen Tochter Margaretha heiratete Graf Heinrich v.
Schwarzburg; doch galt diese Ehe nicht als ebenbürtig. Nach dem Tode
der Söhne von Caspar (95) fiel Sachsenburg an dessen Neffen Georg
(Nr. 128) und Frankenberg an dessen älteren Bruder Wolf (Nr. 127).
Wolf wurde 1558 der erste Berghauptmann aus der Familie. Heinrich (Nr.
183), Sohn Georgs (Nr. 128), verkaufte das wohl von seiner Mutter mit
Schulden schwer belastete Sachsenburg am 16. März 1610 für 41.000
Gulden an den Kurfürsten Johann Ge-org I. Dieser hatte schon am 3.
Januar 1610 Frankenberg für ebenfalls 41.000 Gulden von dem Deutschordens-
Komtur Hanns (Nr. 244), den Enkel des Berghauptmanns Wolf, gekauft. Dessen
Bruder Georg Heinrich (Nr. 243) hatte der Kurfürst am selben Tag
schon die Herrschaft Neusorge für 49.000 Gulden abgekauft. Der älteste
und der jüngste Sohn des Berghauptmanns Wolf hatten sich mit dem
Erwerb der Herrschaft Teplitz sichtlich übernommen, viel riskiert
und letztlich alles verloren, auch den Glanz der alten Herrschaften der
Familie. Offensichtlich hatten die Herren der Sachsenburg und Frankenberg
das Abenteuer in Teplitz mitfinanziert.
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